Lügen-Wulff hat gekündigt

Lange hat es gedauert aber schlussendlich blieb Ex-Bundespräsident Wulff keine andere Wahl, als sein Amt am heutigen Tage, dem 17. Februar 2012, niederzulegen. Am Ende stand er mit dem Rücken zur Wand, an die ihn die Staatsanwaltschaft Hannover mit dem Antrag auf die Aufhebung seiner Immunität gespielt hatte. Zuvor hatte ihm die Bevölkerung noch die Zeit eingeräumt mit allen ungeklärten Sachverhalten um seine Person reinen Tisch zu machen. Doch Wulff selbst war es, der mit seinen Halbwahrheiten das Vertrauen gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern verspielt hat.
Um so jämmerlicher war sein letzten Auftritt als Bundespräsident, bei dem er seinen Rücktritt erklärte. Nicht einmal in letzter Instanz hat er den Schneid eines Ehrenmannes mit Vorbildfunktion um das Fehlverhalten seinerseits einzugestehen. Stattdessen sprach er von "gesellschaftlichem Zusammenhalt", "Integration" und "nationalen und internationalen Herausforderungen". Kein Wort der Entschuldigung, kein Eingestehen von Fehlern, nichts dergleichen. Nur die Anmerkung, dass die gegen ihn eingeleiteten Ermittlungen seine Unschuld beweisen werden. Wenn dem so wäre, warum ist er zurückgetreten? Warum hat er nicht von Anbeginn der Spekulationen die Wahrheit gesagt?

Welche Folgen hat der Rücktritt für die Steuerzahler?
Da Wulff nicht aus gesundheitlichen oder politischen, sondern aus persönlichen Gründen das Amt der Bundespräsidenten nieder gelegt hat, bleibt ihm die jährliche Zahlung von einem Ehrensold in Höhe von 199.000€ verwehrt. Lediglich eine Pension, die ihm von Rechtswegen zusteht tritt mit dem Erreichen des 60. Lebensjahres in Kraft. Wulff ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt 52 Jahre jung, sodass er die nächsten acht Jahre zusehen muss, wo die Kohle für das Lotterleben herkommt. Ob ihm jetzt noch jemand einen Urlaub spendiert oder gar noch einen Arbeitsplatz anbietet, bleibt abzuwarten. Jedoch ist Blut bekanntlich dicker als Wasser und der Pöbel hält für gewöhnlich zusammen.

Sollten nun einige Vertreter/innen der BRD-GmbH-These auf die Idee kommen das führerlose Reich an sich reißen und die Macht übernehmen zu wollen, muss ich diese enttäuschen und ihre Idee im Keim ersticken. Denn kommissarisch hat Horst Seehofer das höchste Amt im Staat übernommen. Bis März bleibt nun Zeit, einen geeigneten Nachfolger/in zu finden. Neben Margot Käßmann, sind Joachim Gauck, Ursula von der Leyen, Norbert Lammert, Wolfgang Schäuble, Thomas de Maizière und Klaus Töpfer im Gespräch. Frau Käßmann hat ihre Vorbildfunktion, die das Amt voraussetzt, bereits mit ihrer Alkoholfahrt verwirkt, auch wenn sie, was sie ehrt, umgehend die Konsequenzen gezogen hat. Norbert Lammert, Wolfgang Schäuble, Thomas de Maizière und Klaus Töpfer stehen unter Verdacht, keinen wirklich frischen Wind in das Schloss Bellevue zu bringen, um somit dem Amt zu neuem wiedererstarktem Ansehen zu verhelfen. Und bewahre uns sonst wer davor, dass Ursula von der Leyen die erste Bundespräsidentin wird, das Amt wäre unwiederbringlich in den Tiefen der Unglaubwürdigkeit versunken. Spätestens jetzt, oh meine Leserinnen und Leser sollten wir, auch wenn die meisten vermutlich dem religiösen Glauben abgeschworen haben, anfangen zu beten, egal zu wem und wenn die Gebete erreichen, aber fangt an zu beten, das es nicht eines Tages heiß: Bundespräsidentin Frau von der Leyen.

Mein Präsidentschaftskandidat
Nun, da das Amt des Bundespräsidenten in Trümmern, unter Schutt und Asche begraben liegt, bedarf es einer völlig neuen Ausrichtung bei der Suche und letztendlich Besetzung des Amtes. Gesucht wird ein Mann oder eine Frau, die mit Respekt vor dem Amt die Aufgabe als Oberhaupt von über achtzig Millionen Bundesbürger/innen vorbildlich ausübt.
Meine Wahl fällt auf Georg Schramm, einen mehr oder weniger, aber immer noch zu wenig bekannten Kabarettist auf höchstem Niveau. Allein aufgrund seiner Tätigkeit ist er geradezu hervorragend geeignet für dieses Ehren-Amt. Ihm wäre es nicht nur zuzutrauen das Amt in altem Glanz erstrahlen zu lassen, sondern darüber hinaus den Politikern die verloren gegangene Volksnähe wieder näher zu bringen.

Der Nachruf
Unsere Bundeskanzlerin hat mittlerweile Übung in der Verabschiedung von Mitarbeitern aus dem Staatsdienst wie Guttenberg, Köhler und wie sie sonst noch alle heißen. In ihrer Amtszeit wechseln die Minister/innen die Ämter wie die Fliegen den Hundehaufen. Die Präsidenten treten aus mangelhafter Qualifikation zurück.

Der Kommentar unserer Bundeskanzlerin zum Rücktritt von ihr seinerzeit eigens favorisierten Präsidentschaftskandidaten und jetzigem Ex-Bundespräsidenten Wulff hatte mehr die Form eines Nachrufs, als den einer Rede, in der sie sein Ausscheiden aus dem Amt verkündet. So oft wie sie dabei auf ihren Text schauen musste, konnte sie vermutlich selbst nicht glauben, was ihr die Reden-Schreiber aus dem Kanzleramt da verfasst haben. Unter anderem war die Rede von "größtem Respekt", Christian Wulff und seine Frau hätten Deutschland "würdig vertreten" und "gebührt ihm unser aller Dank". Abschließend zollte sie Christian Wulff auch noch "Respekt für seine Haltung". Selbstverständlich vergaß sie nicht zu erwähnen, dass es "die Stärke unseres Rechtsstaates ist, jeden, ganz gleich welche Stellung er einnimmt, gleich zu behandeln". Es bleibt abzuwarten, was die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hervorbringen und ob im Falle einer Anklage das einberufene Gericht ein gerechtes Urteil fällt. Olly